Teslas Umwelt-Sündenfall zu Bitcoin

Tesla setzt auf Bitcoins und entscheidet sich damit für eine Kryptowährung mit einem CO2-Footprint wie Schweden und die Niederlande.

Bitcoin und Energieverbrauch

Das Schürfen von Bitcoins ist ein stromintensiver Prozess. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl der Big Player unter den Bitcoin-Farmen in Ländern wie China und Russland angesiedelt ist, wo der Strommix einen besonders hohen Anteil an fossilen Energieträgern aufweist.

Das Schürfen neuer Bitcoins verschlingt mit ca. 90% das Gros an Energie. Die übrigen 10% Energieaufwand gehen auf das Konto der Bitcoin-Transaktionen.

Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verbraucht zwischen 300 und 700 kWh Strom. Ein durchschnittlicher deutscher Drei-Personen-Haushalt verbraucht ca. 2400 kWh im Jahr.

Der Gesamtenergieverbrauch der Bitcoin-Miner wird in diesem Jahr voraussichtlich den Jahresstromverbrauch von Ländern wie Schweden und der Niederlande überschreiten.

Vergleich Stromverbrauch Bitcoin europäische Länder
Bild: Vergleich Stromverbrauch pro Jahr Bitcoin (aktuelle Prognose für 2021i) vs. europäische Länder (Ist-Werte 2019ii)

Die Effizienz des Minings nimmt wegen des zugrunde liegenden Algorithmus stetig ab. Das heißt, um einen Bitcoin zu minen, bedarf es eines immer größeren Einsatzes an Hardware und Energie.

Es lohnt sich also nur mit dem Minen nach Bitcoins fortzufahren, wenn der Kurs des Bitcoins weiter steigt.

Dank Musks Ansage und Teslas Bekenntnis, im großen Stil Geldwerte in Bitcoins zu investieren und künftig Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren, hat der Bitcoinkurs einen Sprung von rund 15% vollzogen.

Das Minen ist damit deutlich lukrativer geworden.

Bitcoin wenig innovativ

Kryptowährungen sind innovativ und haben mindestens das Potential die bestehenden Währungssysteme sinnvoll zu ergänzen, wenn nicht sogar zu revolutionieren.

Unter den etablierten Kryptowährungen ist der Bitcoin – der Urvater der Cryptos – allerdings auch derjenige mit der schlechtesten Umweltbilanz und der ältesten Technologie.

Warum pusht Elon Musk mit Tesla nicht eine andere Kryoptowährung? Ewta eine Kryptowährung mit neuem technologischen Ansatz wie zum Beispiel dem IOTA: hier gibt es kein Mining, das Schürfen und der damit verbundene Energieverbrauch entfällt also gänzlich. Die Transaktionskosten des IOTAs sind verschwinded gering, so dass sich sogar Micro-Transfers etwa für IOT-Applikationen lohnen.

Statt auf den Platzthirsch Bitcoin zu setzen und damit eine CO2-intensive Industrie zu fördern, hätte sich Tesla für einen Underdog entscheiden und Konkurrenz und Chancengleichheit auf dem Kryptomarkt positiv beeinflussen können. Alternativ hätte man auch die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung ins Auge fassen können, wie etwa Facebook den Versuch unternimmt eine eigene Währung an den Start zu bringen.

Schade um diese verspielten Möglichkeiten.

i) Quelle: Cambridge Centre for Alternative Finance
ii) Quelle: Enerdata

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